RUN TO THE MAGIC PASS

Run to the magic pass- der Lauf zum magischen Pass, war am 15. Juni das Ziel von Andreas Staindl und Ingo Riessland aus unserem Verein. Welche Details verbergen sich hinter dem mystisch anmutenden Motto dieses Laufes?

 

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Ein Laufbericht zum Stilfser Joch Marathon (Stelvio Marathon) 

Bereits zum dritten Mal nach 2017 und 2018 fand der Stilfser Joch Marathon (Stelvio Marathon) statt. Das Herausragende bei diesem Marathon ist zum einen das Ziel welches sich in 2.757 m ü. NN (Meter über Normalhöhennull) auf dem Stilfser Joch befindet und zum anderen die laut Veranstalter zu überwindenden insgesamt über 2.500 Höhenmeter.

Der Start befindet sich in der Südtiroler Gemeinde Prad am Stilfser Joch im Obstanbaugebiet Vinschgau. Der Ort selbst weist eine Höhe von 915 m ü. NN aus. Neben der Marathonstrecke sind im Programm des Veranstalters noch eine sogenannte Classic Strecke über 29 km, sowie eine Short Distanz über 14 km. Für alle Distanzen ist der zweithöchst gelegene europäische Pass, das Stilfser Joch, das Ziel. Der Veranstalter unternahm auf Grund des in diesem Jahr sehr schneereichen und langanhaltenden Winters große Anstrengungen, den Lauf zu realisieren.

So musste auf Grund ungewöhnlicher Schneehöhen die Originalstrecke verändert werden, was u.a. zur Folge hatte, dass noch mehr Höhenmeter zu absolvieren waren als die Ausschreibung aufführt - nach eigener GPS-Messung waren 2.632 Höhenmeter zu bewältigen. Die beiden Starter des Luckauer Läuferbundes hatten sich für die Marathondistanz angemeldet. Diese Strecke weist eine markante Vierteilung auf.

 

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Der stimmungsvolle Start in Prad war um 08.10 Uhr bei etwas unter 20 C°. Die ersten 13km wurden in einer Runde mit nur 100 Höhenmeter im Tal absolviert. Zurück in Prad begann ein quasi ununterbrochener Aufstieg bis zur Stilfser Alm bei km 26, in einer Höhe von 2.090 m ü. NN.

Dieser reine Trailabschnitt hatte seinen Stimmungshöhepunkt in der malerischen, am Hang gelegenen Gemeinde Stilfs, nach 18 km. Mit dem Erreichen der Stilfser Alm eröffnete sich zum ersten Mal der beindruckende und faszinierende Blick auf das Ortlermassiv. Der Ortler ist mit   3.905 m ü. NN der höchste Berg in Südtirol. Bereits auf diesem extrem anspruchsvollen Streckenabschnitt konnte man erahnen, welche körperlichen und mentalen Herausforderungen den Läuferinnen und Läufern noch bevorstanden. Höchste Konzentration war beim folgenden rasanten und steilen Bergablauf bis auf 1.664 m ü. N.N., bei Kilometer 30, im kleinen Ort Trafoi gefordert.

Ein Fehltritt im unwegsamen alpinen Gelände (Geröll, Steine, Matsch, Wasserläufe…), hätten das Ende der Gipfelträume bedeuten können. Kurz hinter dem Ortsausgang von Trafoi, dem Heimatort von Gustav Thöni, Olympiasieger – und Weltmeister der siebziger Jahre im alpinen Rennsport, der dort auch ein Hotel betreibt, mündete der Trailweg auf die berühmte Passstraße zum Stilfser Joch. Nun lagen vor den Läuferinnen und Läufern noch 42 Kehren und unglaubliche 1.100 Höhenmeter, verteilt auf 12 Kilometer.

 

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Waren die Anstrengungen der absolvierten ersten 30 km schon außergewöhnlich stand nun eine Herausforderung bevor, die sowohl körperlich als auch mental Läuferinnen und Läufer alles abverlangte und enorme Willensstärke erforderte. Irgendwann war die Vegetationsgrenze überschritten und der Blick nach oben eröffnete eine atemberaubende und respekterfüllende Aussicht auf die Serpentinen die zum Ziel führten.

Mit jedem Höhenmeter wuchsen die Schneeberge, die sich am Straßenrand auftürmten. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass sich dieses Event durch eine perfekte Organisation auszeichnete. Alle 2-3 km war eine Verpflegungsstelle postiert die alle Wünsche der Läuferinnen und Läufer bediente, verbunden mit entsprechender Motivationshilfe, wie z.B. Hardrockklängen.

Der Zieleinlauf in 2.752 m ü. NN, vor hunderten von Zuschauern auf dem Joch, war dann der emotionale Höhepunkt. Auch hier war die Organisation nahezu perfekt. Nach Medaillenübergabe und dem Aushändigen des Finisher T-Shirt, sowie umfangreicher Versorgung mit Getränken und Essen, konnte man auch duschen. Mit einem Shuttle über die schweizerische Seite des Jochs erfolgte der Rücktransport nach Prad, wo ab 17.00 Uhr eine ausgelassene, musikalisch umrahmte After Run Party mit Siegerehrung stattfand.

 

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Wie gestaltete sich der Wettkampf für die zwei Läufer aus unserem Verein?

Am Start vereinbarte man, die ersten 13 km im Tal gemeinsam zu absolvieren und sich gegenseitig etwas zu „bremsen“, um nicht schon am Anfang zu viel der später dringend benötigten Energie zu verbrauchen. In einem Schnitt von ca. 5:00 min pro km kam man dann gemeinsam wieder in Prad an und es begann der beschriebene Anstieg in den Berg. Hier setzte sich Ingo recht schnell von Andreas, dem erfahrenen Hochgebirgsläufer (u.a. vielfacher Teilnehmer und Podiumsplatzierter in der AK bei der Tour de Tirol) ab.

Der weitere Wettkampfverlauf hielt Herausforderungen in Grenzbereichen für beide Läufer des Luckauer Läuferbundes parat. Dabei hatte jeder seine Höhen und Tiefen, die eine solch körperliche Herausforderung bereithält, zu durchschreiten. Ungefähr 3,5km vor dem Ziel lief Andreas auf Ingo auf, der zu dem Zeitpunkt an sein körperliches Limit angelangt war. Man verständigte sich kurz, dass für beide noch die Möglichkeit besteht unter die 6h Grenze zu laufen, vorausgesetzt dass die Kräfte und der Wille ausreichen, die noch zu absolvierende Distanz ohne Tempoverlust zu absolvieren. Insbesondere für Ingo stellte das eine besondere Motivation dar und trotz der Tatsache, dass Andreas unaufhaltsam davonzog, konnte er seine Krise überwinden und strebte mit dem Vorhaben eine Endzeit von unter 6h zu erreichen Richtung Ziel. 

Nach 05:56:01h erreichte dann Andreas erschöpft aber glücklich das Ziel auf dem magischen Pass. Ingo folgte 101 Sekunden später in 05:57:42h. Das Wiedersehen im Ziel war dann emotional ergreifend. Andreas konnte mit der erlaufenen Zeit den 2. Platz in seiner Altersklasse, der M 60 erreichen, was den 120.Platz insgesamt bedeutete. Für Ingo war es der 9. Platz in der Altersklasse M 55 und der 124.Platz insgesamt.

Ein ganz besonderer Lauf, der unvergessen bleibt, hatte für beide ein erfolgreiches Ende gefunden und man schmiedete schon im Ziel erste Pläne für zukünftige Herausforderungen, vielleicht auch wieder einmal der Lauf auf den „magischen Pass“.

 

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Herlichen Glückwunsch für diese Leistung an Andreas Staindl und Ingo Riessland vom  !!!

 Das Streckenprofil in einer Animation (Qelle: YouTube)

Redaktion: Daniel Grote

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